Chronik

Wie hat alles angefangen?

Die Geschichte des Vereins

Im Jahre 1873 wurde in Pürgen die damals übliche Pflichtfeuerwehr offiziell von der freiwilligen Feuerwehr abgelöst. Der Kommandant der Pflichtfeuerwehr, Lehrer Häußler, erließ einen Aufruf an alle Männer des Ortes, der neuen Organisation beizutreten, um den Feuerschutz wieder für Haus und Hof zu gewährleisten. Bis zum Jahr 1875 folgten ganze 35 Mann dem Aufruf.

Schon im Gründungsjahr der Wehr von Pürgen erkannten die damaligen Gemeindevertreter die Notwenigkeit einer einsatzfähigen Feuerwehr. So wurde im April des gleichen Jahres eine „Löschmaschine“ und die dazugehörigen Ausrüstungsgegenstände beschafft. Aus gesundheitlichen Gründen legte der Lehrer Franz Häußler, erster Vorstand und Kommandant des Vereins, am 21. April 1879 sein Amt nieder. Nicht viel Zeit zur Ruhe war ihm vergönnt. Bereits am 19. Juni des gleichen Jahres mussten ich die Feuerwehrkameraden auf seinem letzten Weg begleiten. Die Wehr gedenkt sich stets in dankbarer Würdigung seines vorbildlichen Wirkens.

Im Jahre 1973 feierte die FFW Pürgen ihr 100-Jähriges Bestehen. Zu diesem Zweck wurde auch die neue Fahne eingeweiht.

Zur 125-Jahr Feier wurden zu dem 1979 neu angeschafften Fahrzeug noch „Spreizer und Schere“ gesegnet. Die Festtage fanden vom 25. Juli bis zum 26. Juli 1998 statt.

Jugendarbeit

Unter Kommandant Peter Murr wurde 1970 aktiv mit der Jugendarbeit begonnen. So konnten wir 2003 stolze 33 Jahre Jugendfeuerwehr vorweisen. Das wurde mit einem Kreisjugend – Feuerwehrtag und mit der Abnahme des deutschen Jugendleistungsabzeichens gefeiert.

Die Feuerwehr Pürgen würde sich an einer steigenden Zahl neuer Jugendfeuerwehrler erfreuen, um den Fortbestand der freiwilligen Feurwehr Pürgen auch in Zukunft zu sichern.

Die Ausrüstung über die Jahre

Die erste „Löschmaschine“ wurde im April des Gründungsjahres 1873 angeschafft. Zu einem Gesamtpreis von 780 Gulden und sechs Kreuzern erfolgte die Lieferung durch Carl Spannagl, Löschmaschinenfabrikant aus Landsberg. Die Maschine ist eine auf vierrädrigen Wagen festgebaute Saug- und Druckspritze und ist mit 2 Pferden leicht fahrbar. Zum Pumpen sind 10 Mann erforderlich, um bei 72 Kolbenhüben pro Minute bis zu 380 Liter Wasser zu Pumpen. Diese Löschmaschine ist noch heute im Besitz der Gemeinde Pürgen und steht als Leihgabe in den Kreisheimatstuben in Riederau am Ammersee.

Die erste Motorkraftspritze wurde im Jahr 1936 beschafft. Die TS 6 (600 Liter Förderleistung) der Marke Magirus. 1954 wurde eine Schlepperpumpe zum Preis von 1.821,55 DM beschafft. Kurz darauf bereits im Jahre 1967 wurde eine neue Tragkraftspritze TS 8 (800 Liter Förderleistung) der Marke Magirus zu einem Preis von 4.190 DM gekauft.

Das erste Fahrzeug wurde 1979 unter Kommandant Heinz Baur nach damaligen Normen zu einem Preis von 118.616,55 DM gekauft. 1997 wurde die Beschaffung eines hydraulischen Rettungsgeräts vom Gemeinderat beschlossen. Die erforderlichen Um- und Einbauarbeiten wurde ebenso in Eigenregie durchgeführt, was mit 50 Arbeitsstunden zu Buche schlug.

Im Jahr 2007 hatte die Feuerwehr Pürgen gleich doppelt Grund zur Freude. So wurden am 20. Mai 2007 gleich ein ganzer „Fuhrpark“ eingeweiht. Zum einen das neue HLF 20/16 und zum anderen ein selbstgebauter Einsatz-Trabbi. Ein Jahr planten die Kameraden der Feuerwehr Pürgen die Ausstattung für die Beschaffung des aktuellen Einsatzfahrzeuges welches mit 280.000,00 € zu Buche schlug. Der Einsatztrabbi wurde komplett in Eigenregie gebaut

Nach langer und anstrengender Vorbereitung konnten wir uns ein schönes Weihnachtsgeschenk in Form eines Merzweckfahrzeuges Marke VW Crafter machen. Er konnte am 23.Dez. 2013 bei der Firma Hensel Fahrzeugbau durch unsere Kameraden Hans Heinrich, Stefan Röck, Manfred Haschka und Michael Dehn in Empfang genommen werden. Es mussten über sechzigtausend Euro in die Hand genommen werden. Der Feuerwehrverein Pürgen beteiligte sich mit einem Drittel der Anschaffungskosten.

Unser Gerätehaus

Die Geschichte unseres Gerätehauses reicht bis ins Jahr 1878. Das von Herrn Josef Butzenberger 1868 gebaute Haus in der Dorfmitte wurde am 5. November 1878 gekauft und diente als Unterbringung für all die angeschafften Geräte und Ausrüstungsgegenstände der 1873 gegründeten Feuerwehr. Dieses Gerätehaus wurde bis in die Nachkriegsjahre verwendet. Heute findet man an der Stelle die Kreuzung und den Platz vor dem Gemeindehaus Pürgen.

Ab 1947 leistete ein Behelfsbau der Molkereigenossenschaft Pürgen gute Dienste. Es war nicht weit entfernt vom ersten Gerätehaus und sehr zentral gelegen in der Dorfmitte. Heute würde man ihn neben dem Maibaum auf dem Parkplatz der Raiffeisenbank finden.

Der Bau des dritten Gerätehauses fand 1970/1971 statt. Es wurde neben dem bereits bestehenden Behelfsbau der Molkereigenossenschaft errichtet. Mit einem Kostenaufwand von 17.000,- DM erscheint dies heute relativ günstig. Wobei dieser Preis auch nur durch viel Eigenleistung der Pürgener Feuerwehr möglich war.

Am 5. Juli 1985 hat der Gemeinderat beschlossen, für 57.000,- DM vom Landkreis Landsberg ein Grundstück, gelegen an der jetzigen Fritz-Schlampp-Straße zu erwerben, um darauf für die Feuerwehr ein Gerätehaus zu errichten. Nach Eineinhalbjähriger Bauzeit sind bei einem Bauvolumen von 19.000 Kubikmeter auf 400 Quadratmeter Fläche durch die Gemeinde Pürgen über 800.000,- DM investiert worden. Die Eigenleistung der Pürgener Wehrmänner haben mit stattlichen 4000 Arbeitsstunden zu Buche geschlagen. Neben einer geräumigen Halle für Geräte und Fahrzeuge beinhaltet das Haus unter anderem einen zweckmäßigen Unterrichtsraum, ein Büro, eine Schlauchwaschanlage und einen Schlauchturm, diverse Nebenräume für Werkstätten und ein urgemütliches „Florianstüberl“. Für die Gemeinde und Feuerwehr Grund genug das Gebäude mit einer kirchlichen Weihe am 11. Juni 1989 feierlich seiner Bestimmung zu übergeben.

Im Jahre 1997 wurde die Außenfassade des Feuerwehrgerätehauses renoviert und dabei neugestaltet, wobei erneut ca. 750 Stunden geleistet wurden.

Eine chronologische Auflistung schwieriger Einsätze

Einen besonderen Einsatz stellte der im Jahre 1947 dar. Damals wurde unter anderem auch die FFW Pürgen von der Gemeinde Mittenwald um Unterstützung bei der Bekämpfung eines größeren Walbrandes in unwegsames Gelände gebeten. Die Pürgener Wehr war damals mit 7 Mann (Raupold Fridolin, Loforge Alois, Kemetter Georg, Murr Johann, Machenschalk Peter, Häckl Hilarius, Thalmeyer Bartholomäus) und der TS 6  im Einsatz.

Weitere schwierige Einsätze über die Jahre hinweg:
  • 25. Juli 1977: Großbrand Anwesen Keberle in Thalhofen
  • 21. August 1983: Kellerbrand bei Paulus in Lengenfeld
  • 12. Juli 1984: Großeinsatz nach Hagelunwetter
  • 13. April 1985: Großbrand (Ölofenexplosion) bei Rößler in Lengenfeld
  • 23. September 1987: Wohnhausbrand in Hofstetten
  • 01. Dezember 1987: Wohnhausbrand in Hofstetten
  • 06. Dezember 1987: Großbrand Anwesen Erdt Anton (Jugendhof) in Lengenfeld
  • 14. März 1989: Brand Jugendtreff-Bus in Kiesgrube Pürgen
  • 1991: Mehrere Einsätze zum Kellerauspumpen nach länger anhaltenden Regenfällen
  • 26. November 1992: Dachstuhlbrand bei Baues (Wehrbachstüberl) in Lengenfeld
  • 06. Juni 1993: Großbrand bei Winterholler in Ummendorf
  • 20. Juni 1998: Garagen-und Wohnhausbrand bei Murr in Pürgen
  • 05. November 2007: Verkehrsunfall mit 14-Verletzten bei Pürgen